Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt in Deutschland die Abnahme von sauberer Energie und setzt damit den politischen und gesetzlichen Rahmen für die Windenergie.

Keine Subventionen und keine Steuervorteile

Die Windkraftindustrie erhält im Gegensatz zu den meisten anderen Stromerzeugern für die Projektierung, die Herstellung und den Betrieb ihrer Anlagen keine Subventionen und keine Steuervorteile. Die einzige bestehende Förderung für Windkraft ist die gesetzliche Regelung des Abnahmepreises für das Produkt „Strom“, also die Kilowattstunde.
 
Die EU-Komission hat am 22.5.2002 dazu erklärt:
„ [...] Die Kommission ist zu dem Schluss gekommen, dass die deutschen Gesetze zur Förderung der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energiequellen und zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) keine staatliche Beihilfe darstellen. [...]“
 
Die deutschen Netzbetreiber sind durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz dazu verpflichtet, den Strom aus Windkraftanlagen abzunehmen und zu einem festgelegten, in doppelter Weise degressiven, d.h. sinkenden Preis zu vergüten.

100% Gewinn für die Konzerne

Der zu zahlende Strompreis ist für jede Windmühle individuell. Der Einstiegspreis für eine neue Anlage sinkt jedes Jahr um 2% – dies ist die erste Degression. Während der ersten 20 Jahre Betriebszeit wird die Vergütung für den Strom aus dieser Anlage außerdem reduziert. Diese Reduzierung erfolgt an besonders guten Standorten – beispielsweise an der Küste – deutlich früher, um hier eine Überförderung zu verhindern. Nach zwanzig Jahren endet die gesetzliche Preisbindung, dann wird ein regulärer Marktpreis gezahlt.
 
Im Durchschnitt mussten die Energiekonzerne 2004 rund 9 Cent pro Kilowattstunde Strom an die Windmüller bezahlen. 2015 werden es nur noch rund 5 Cent sein. Der Endverbraucher zahlt üblicherweise etwa den doppelten Preis, macht also rund 100% Marge für das Versorgungsunternehmen.
 
Darüber hinaus müssen die Windkraftbetreiber eine Gebühr für den Netzanschluss ihrer Windkraftanlage an die Leitungen der großen Konzerne entrichten. Also alles andere als ein Verlustgeschäft für RWE, e.on und Co.
 
Die Abnahmepflicht und der gesetzlich geregelte Preis ermöglicht somit der Windkraft den Eintritt in den Energiemarkt. Dies ist von der Bevölkerung mit großer Mehrheit gewünscht und zudem volks- und privatwirtschaftlich sinnvoll. Ohne eine gesetzliche Regelung wäre den erneuerbaren Energien der Eintritt in den nicht liberalen Energiemarkt zweifelsfrei verwehrt geblieben.

Aktuelle Diskussion über die EEG-Umlage

aktuelle Informationen zur EEG-Umpage

EEG-Umlage kein Kostentreiber

Auf die Frage:

„Wie ist die derzeitige Diskussion über die EEG-Umlage in Verbindung mit dem EEG als Ursache für steigende Stromkosten einzuschätzen?“

erklärt der Geschäftsführer von Deutschlands größtem Windenergieanlagen-Hersteller ENERCON, Hans-Dieter Kettwig, im Windblatt 01/13 – Seite 12+13:

„Die EEG-Umlage ist kein Indikator für die Kosten der Erneuerbaren Energien, schon gar nicht für die Kosten der Onshore-Windenergie – eine der günstigsten Erneuerbaren Energieformen. Die Onshore-Windenergie ist nicht der Kostentreiber auf der Stromrechnung. Sie macht lediglich 0,29 Ct/kWh an der EEG-Umlage aus, obwohl schon 8 Prozent des Stroms in Deutschland durch Windenergie erzeugt werden.“

Das komplette Interview steht unter www.enercon.de/de-de/windblatt. zum Download bereit.

Windenergie ist wirtschaftlich

Schon Anfang der neunziger Jahre war Strom aus Windenergie preiswerter als der aus konventionellen Quellen, so das Fraunhofer Institut.

Wirtschaftlich trotz gesetzlicher Preisregelung?

Wie kann man eine Branche wirtschaftlich nennen, wenn der Staat den Preis für deren Produkt gesetzlich regeln muss?
 
Die Antwort liegt im Gesamtbild der Energiewirtschaft: 

  • Die konventionellen Energieträger wurden und werden überwiegend hoch subventioniert.
  • Von den erheblichen Subventionen der Vergangenheit – bspw. für die Forschung im Bereich Atomkraft – profitiert die konventionelle Energiebranche noch heute erheblich.
  • Die extrem hohen externen Kosten der konventionellen Energieerzeugung trägt die Volkswirtschaft.

Auf einem vollständig liberalisierten Energiemarkt, in dem jede Energieform alle durch sie verursachten internen und externen Kosten, ihre Forschung und Entwicklung, den Bau und Rückbau der Kraftwerke sowie alle Kosten für Entsorgung selbst erwirtschaften muss, war Windkraft und war sogar Solarstrom laut Fraunhofer Institut schon Anfang der 90er Jahre billiger als konventionell erzeugter Strom.

Windenergie reduziert CO2-Emissionen

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz hat der Gesetzgeber festgelegt, dass Strom aus erneuerbaren Quellen bevorzugt in das Netz einzuspeisen ist. Deshalb bedeutet jede Kilowattstunde Strom aus Windenergieanlagen eine direkte CO2-Ersparnis, weil diese Kilowattstunde Strom in einem konventionellen Kraftwerk eingespart wird.

Kostenübersicht konventionelle Energien