Initiative Windkraft Forstinteressenten Assinghausen

Die durch den Orkan „Kyrill“ im Jahre 2007 entstandenen immensen Schäden haben für Jahrzehnte das Landschaftsbild, insbesondere aber die Erlössituation der Waldbauern nachhaltig verändert. Es wird mehrere Generationen dauern, bis wieder ausreichend haureife Bestände herangewachsen sind. Um auch künftigen Generationen einen Ertrag aus dem Wald zu sichern und den eingetretenen Vermögensverlust zumindest ein wenig zu kompensieren, wird von uns eine sinnvolle Alternative in der Windkraft gesehen. Diese könnte zumindest einen Teil zurückgeben, was der Wind in unvorstellbarer Orkanstärke genommen hat.

 

Für die Windkraftnutzung eignen sich Standorte mit möglichst wenig Hindernissen und solche, die die Nutzung höherer Luftschichten ermöglichen. Dafür sind die „Kyrillflächen“ auf Bergkuppen geradezu prädestiniert. Durchgeführte Untersuchungen bzw. Analysen haben ergeben, dass der Heidkopf ein sehr produktiver Standort ist und hier die größte Windhöffigkeit in der gesamten Stadt festgestellt wurde.

 

Im Übrigen würde mit der Errichtung eines Windparks auf dem Heidkopf ein uraltes, bewährtes Prinzip neu belebt: Die Einwohner der Region nutzen gemeinsam „ihre“ Umwelt, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Sie bewirtschaften die Natur nachhaltig und schonend und leisten somit einen Beitrag zum Klimaschutz. Auch die nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima (Japan) von Bund und Land eingeleitete Energiewende kann nur mit dem Ausbau regenerativer Energien gelingen.

 

Aus diesen Gründen hat sich die Forstinteressentenschaft bereits im Jahr 2008 - also 1 Jahr nach „Kyrill“ und damit sicherlich als einer der Ersten im Stadtgebiet - mit dem Thema „Windkraft“ beschäftigt. Leider stand dem zu dieser Zeit noch der sogenannte „Tabu-Erlass“ der damaligen Landesregierung entgegen, wonach keine Windenergieanlagen im Wald möglich waren. Am 22.03.2011, unmittelbar nach der Atomkatastrophe in Japan am 11.03.2011, wurde mit einhelliger Zustimmung der Generalversammlung ein offizieller Antrag an die Stadt Olsberg zur Ausweisung von Flächen auf dem „Heidkopf“ für Windkraft im Wald gestellt.

 

Mit Inkrafttreten des Windenergie-Erlass durch die Landesregierung NRW vom 11.07.2011 wurden die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine Ausweisung des Standortes Heidkopf als Windkonzentrationszone geschaffen. In dem Erlass und dem später dazu ergangenen Leitfaden werden insbesondere große, zusammenhängende Windwurfflächen als bevorzugte Anlagenstandorte favorisiert. Die darin genannten Kriterien treffen in vollem Umfang auf die besondere Flächenkulisse am Heidkopf zu.

 

Im September 2011 wurde mit 24 Mitgliedern der Bürgerwindpark Hilchenbach besichtigt und viele Informationen und Anregungen mitgenommen. Dort wurde klar, dass Windenergieanlagen das Landschaftsbild verändern. Aber um das Ziel der Landesregierung, den Stromanteil aus Windenergie bis zum Jahre 2020 auf 15 % zu steigern, erreichen zu können, wird eine Veränderung des Landschaftsbildes durch weitere Windenergieanlagen erfolgen müssen. Andererseits werden diese Anlage in modernen Kulturlandschaften zunehmend als selbstverständliche Bestandteile empfunden. Der Wind bläst nun mal auf den Bergen am stärksten und weniger in den Tälern. Windenergieanlagen kann man nun einmal nicht verstecken!

 

Ganz wichtig an dieser Stelle der Hinweis, dass Windenergieanlagen ja nicht auf ewige Zeiten im Wald stehen bleiben. Schon bei der Baugenehmigung wird eine ausreichend bemessene Rückbaubürgschaft gefordert, die nach einer bestimmten Laufzeit die geregelte Entsorgung der Windenergieanlagen sicherstellt. Sollte man bspw. in 20 oder 30 Jahren feststellen, dass sich Strom mit anderen Quellen günstiger erzeugen lässt als mit Wind, wird man diese Anlagen problemlos wieder abbauen können.

 

Nicht zuletzt aufgrund dieser Erkenntnisse, haben dann am 31.10.2011 die Forstinteressenten das Windkraftvorhaben sowie einen nach ihren individuellen Vorstellungen ausgestalteten Vertrag mit juwi Energieprojekte genehmigt. Dieser Kontrakt sieht mehrere Optionsmöglichkeiten vor, insbesondere die Übernahme von zwei Windenergieanlagen, die als Bürgerwindpark betrieben werden sollen.

 

Bei der Umsetzung und Begleitung eines derartigen Windparkprojektes ist professionelle Unterstützung unverzichtbar. Die Komplexität der heutigen Projektplanung ist im Normalfall nicht mehr ohne externe fachkundige Projektierer zu leisten. Das sieht offenbar auch die Stadt Olsberg so. Sie hat seinerzeit den Kontakt zwischen den Forstinteresssenten Assinghausen und dem Unternehmen juwi Energieprojekte GmbH hergestellt.

 

Die breite Öffentlichkeit und die politischen Vertreter wurden frühzeitig über das geplante Windparkprojekt ausführlich informiert:

22.11.2012: 1. Informationsveranstaltung für die Fraktionen im Rat der Stadt Olsberg im Dorfgemeinschaftshaus Assinghausen.

22.03.2013: Bürgerinformationsveranstaltung in der Sporthalle Assinghausen.

Eingeladen hatte jeweils die Forstinteressentenschaft Assinghausen. Unter Moderation des 1. Vorsitzenden Bernd Simon referierten in beiden Veranstaltungen Hans-Georg Pieper, Geschäftsführer der Firma Pieper Holz, Dipl.-Ing. Paul Köpke, Projektleiter von juwi-Energieprojekte, und Franz-Josef Klüppel, Geschäftsführer der Forstinteressenten. In den sich anschließenden Diskussionsrunden wurden die Ausführungen zu dem geplanten Windpark Heidkopf als sehr informativ bezeichnet. Es hat keinerlei Kritik aus den Reihen der Teilnehmer gegeben.

10.11.2014: 2. Informationsveranstaltung für die Fraktionen im Rat der Stadt Olsberg im Gasthof Nöllke, Assinghausen. Die Resonanz war durchweg positiv.

 

Anfang 2016 wurde der seit Ende 2011 mit juwi Energieprojkete GmbH bestehende Gestattungsvertrag auf die BayWa r.e. Wind GmbH in vollem Umfang übertragen.