Artenschutz

Windenergieanlagen im Wald stehen bei sorgsamer Standortplanung im Einklang mit der Natur. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens sind die naturschutzfachlichen Belange zu beachten. Dies sind die Eingriffsregelung (§ 14 ff. BNatschG), das Zugriffsverbot des Artenschutzes (§ 44 ff. BNatSchG), die Vorschriften der Natura-2000-Gebiete, der gesetzliche Biotopschutz und die Schutzgebietsverordnungen. Diese Regelungen entfalten unterschiedliche Wirkung und werden im Zuge des Genehmigungsverfahrens von der Naturschutzbehörde überprüft. Dafür sind unabhängige Gutachten, die den gesamten Jahreszyklus verschiedener Arten vor Ort untersuchen, notwendig. Insbesondere das Vorkommen von Vögeln und Fledermäusen sowie die möglichen Auswirkungen der Windenergieanlagen auf das Verhalten dieser Tiere gilt es zu berücksichtigen. Eine sorgsame Planung ist daher eine wichtig Voraussetzung.

Daher wurde bereits im Jahr 2012 ein umfangreiches Avifaunistisches Fachgutachten zur Untersuchung der Brut-, Rast- und Zugvögel sowie ein Fledermausgutachten beauftragt. Beide Gutachten kommen zu dem Ergebnis, dass keine erheblichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind und somit kein Verstoß gegen die Verbotstatbestände des Bundesnaturschutzrechtes insbesondere §44 ff. BNatSchG vorliegt. Der Vogel- und Fledermausschutz steht der geplanten Errichtung und dem Betrieb der Windenergieanlagen demnach nicht entgegen. Eventuelle Beeinträchtigungen, die durch die Errichtung oder den Betrieb hervorgerufen werden, können im Sinne der Eingriffsregelung durch geeignete Maßnahmen kompensiert werden.

Insbesondere die Fledermausaktivität im Wald stand in der Vergangenheit immer wieder in der Diskussion. Die jahres- und tageszeitliche Fledermausaktivität ist jedoch variabel. Während der Sommermonate, die häufig zu den windschwachen Monaten zählen, tritt gehäuft Fledermausflug auf. Ferner fliegen Fledermäuse vorzugsweise bei Nacht und zu windschwachen Witterungsbedingungen. Da die Nächte im Sommer relativ kurz und im Vergleich zum Tag relativ windschwach sind, ist ein potenzieller Ertragsausfall durch Anlagenabschaltung demnach in diesen Zeiträumen wirtschaftlich zu verkraften. Sollten sich die geplanten WEA in der Nähe der Funktionsräume sensibler Fledermausarten befinden, ist es möglich durch geeignete Abschaltszenarien der Windenergieanlagen in Kombination mit installierten Fledermausdetektoren und Abschaltalgorithmen das Kollisionsrisiko für Fledermäuse wirkungsvoll zu reduzieren. Der zu erwartende Ertragsausfall ist daher aufgrund der oben dargestellten Zusammenhänge minimal.

Landschaftsbild

Windenergieanlagen stellen aufgrund ihrer Dimension im gesamten Stadtgebiet von Olsberg einen Eingriff in das Landschaftsbild dar und werden das visuelle Landschaftserleben zweifelsfrei verändern. Bei guten Sichtverhältnissen werden Windenergieanlagen an allen potentiellen‐Standorten im Stadtgebiet als technische Landschaftsbestandteile wirken und neue Landmarkenfunktionen übernehmen. Aufgrund der vielen Berge im Sauerland (Land der tausend Berge) wird es für den Betrachter im Gesamtbild unwesentlich sein, auf welchem Berg Anlagen stehen. Eine Standortortempfehlung aufgrund der Gebietskulisse ist kaum möglich.

Zur Bewertung von Landschaften und Landschaftsbildern gibt es in den Bundesländern verschiedene Verfahren sowie ein bundesweites Verfahren des Bundesamtes für Naturschutz (BfN 2011). Im Fachbeitrag des Naturschutzes und der Landespflege für den Hochsauerlandkreis und den Kreis Soest (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein‐Westfalen -kurz LANUV genannt-, Entwurf Stand 2012) wurden für das Gebiet der Stadt Olsberg 9 Landschaftsbildeinheiten abgegrenzt und bewertet. Von Seiten der Landschaftsbewertung des BfN und des LANUV werden die Landschaftstypen und Landschaftsbildeinheiten hinsichtlich ihrer definierten Landschaftsqualitäten und ihrer Eigenart, Vielfalt und Schönheit im mittleren Bereich der Stadt Olsberg als Landschaften mit geringer naturschutzfachlicher Bedeutung eingestuft ohne besondere Bedeutung. Auch das Potentialgebiet Heidkopf liegt in einer dieser Landschaftsbildeinheiten, dem „Peripheres Rothaargebirge“ mit geringer naturschutzfachlicher Bedeutung und keiner besonderen Bedeutung als Landschaft. Ein besonderer Landschaftsschutz im Sinne der Landschaftsbewertungen des BfN und des LANUV ist nicht gegeben.

Nach den Landschaftsbewertungen des BfN und des LANUV besteht für das Potentialgebiet kein besonderer Landschaftsschutz und das Gebiet Olsberg‐Heidkopf liegt außerhalb von Räumen mit besonders bedeutsamen Funktionen für das Landschaftsbild und die Erholung (landesweite/national bedeutsame Kulturlandschaften, Kernzonen von Naturparks, großflächig unzerschnittene Räume größer 50 km²).

Die Bewertung der Landschaft der Stadt Olsberg nach den Landschaftsbildeinheiten der LANUV (Entwurf Stand 2012) und die Bewertung der Landschaftstypen nach BfN (2011) unterscheiden sich etwas in der einzelnen Einstufung der als besonders bedeutenden und schutzwürdigen Landschaften. In ihren Grundaussagen kommen die Bewertungen zu ähnlichen Ergebnissen, d.h. im Norden, Nordosten und Süden von Olsberg liegen die Landschaften mit vergleichsweise höherer Bewertung und im Mittelteil ist die Wertigkeit der Landschaft geringer eingestuft.

Fast das gesamte Stadtgebiet und damit auch alle möglichen Potentialgebiete für die Windenergienutzung liegen im Landschaftschutzgebiet Olsberg. Im Falle des Landschaftsschutzes kann im Einzelfall eine Abwägung des öffentlichen Interesses am Natur‐ und Artenschutz mit dem öffentlichen Interesse am Klimaschutz vorgenommen werden. Bedeutende Belange hinsichtlich des Landschaftsschutzes können aufgrund der Ergebnisse der Landschaftsbewertung Olsberg nicht abgeleitet werden und können somit den öffentlichen Belangen des Klimaschutzes, der Privilegierung der Windenergie im Außenbereich durch den Gesetzgeber und einer Windenergieplanung im Potentialgebiet Olsberg‐Heidkopf nicht entgegenstehen.